Die Gundelrebe, Gundermann, Erd-Efeu - Glechoma hederaceum
Pflanzenfamilie der Lippenblütler – Lamiaceae

 

Für unsere Vorfahren war dieses Pflänzchen von großer Bedeutung. Für Kelten, Slawen und Germanen war es die Pflanze, die in keiner Kultspeise fehlte.  Sie gehörte ins Bier und man räucherte mit ihr. An Festtagen wie beim Sonnenwendfeuer flochten Frauen sich einen Kranz aus Gundermann ins Haar. Man glaubte, dass der Gundermann  hellsichtig mache. Im Mittelalter entwickelte sich der Aber-Glaube, dass das Pflänzchen vor dem bösen Hexenzauber schütze. Aus diesem Grunde molk man die Kühe beim ersten Milchaustrieb durch einen Kranz von Gundermann, um sie nämlich vor dem Milchzauber zu bewahren. Sie war eben ein Schutzkraut besonderer Güte.

Die Gundelrebe ist eine ausdauernde Pflanze und mit den uns bekannten  mediterranen und sonnenhungrigen stark duftenden Würz- und Heilkräutern aus der Pflanzenfamilie der Lippenblütler verwandt.  Beim Zerreiben ihrer  nierenförmigen Blättchen gibt sie  ihren wunderbar würzig balsamischen Geruch frei.

Die 15 bis 30 cm große Pflanze kriecht sozusagen über die Erde, darum  nennt man sie auch Erdefeu. Ab April  bis Juni blüht sie wunderbar blau und verwandelt einen Rasen in ein Blumenbukett. 
Die Gundelrebe vermehrt sich durch unterirdische Ausläufer als auch durch Bestäubung von langrüsseligen Insekten. Ihre Früchte, Klausen genannt,  werden gerne von Ameisen verbreitet. Man findet sie unter Hecken und Bäumen, sowie auf Wiesen, in der Nähe vom Kompost und als Bodendecker im Blumenbeet. Sie liebt die Gesellschaft mit der Knoblauchrauke, der echten Nelkenwurz und auch dem Giersch.

 

Volksheilkundliches:
Heutzutage ist dieses Pflänzchen als Heilpflanze in Vergessenheit geraten. Oft genug wird es als lästiges Unkraut einfach ausgerissen. Dabei leistet es uns gute Dienste, innerlich wie äußerlich auch als Wundheilkraut, es lässt den Eiter fließen. Auch zur Inhalation bei  Stockschnupfen und  Nebenhöhlenentzündung ist die Gundelrebe zu empfehlen.
Als Tee wirkt sie leicht harntreibend und regt er aufgrund ihrer Bitterstoffe die Verdauungssäfte an.

Die Gundelrebe ist eine der Heilpflanzen, die in unserem  Körper Schwermetalle insbesondere Amalgam Rückstände, Blei, Quecksilber und Pestizide bindet und ausleitet.

Das wußten auch unsere Vorfahren, denn Maler und Büchsenmacher tranken immer wieder einen Tee aus Gundermann.

Die Gundelrebe findet in der Volskheilkunde ihren Platz dort, wo es nicht mehr weiter geht, wo die Beschwerden in einen chronischen Zustand übergegangen sind, wo Stagnation eingetreten ist. Sie bringt wieder alles in Bewegung.

Hildegard von Bingen wandte diese Heilpflanze bei Kopf- und Ohrenschmerzen an.

Tatsächlich befreit diese Pflanze von Kopfdruck. Das habe ich immer wieder erlebt, wenn ich ihren balsamischen Duft einatme und Klarheit kehrt ein.

Die Gundelrebe gehört auch zu den Räucherpflanzen. Dazu nimmt man  alle getrockneten Pflanzenteile. Sie duftet erdig und angenehm. Auch hier vertreibt sie alles Stagnierende und Blockierende, damit die positive Energie wieder fließen kann. Sie eignet sich zur  Schutzräucherung.

Kommission E: keine Monografie

Indikation:
Reizblase, Reizungen des Harntraktes, Nierensteine, Zystitis;
Chronische Erkrankungen der Atemwege, Bronchitis, Schnupfen, Ohrenschmerzen;
regt den Stoffwechsel an, Wundheilmittel (läßt den Eiter fließen), Ausleitung von Schwermetallen und Pestizide.

Wirkung:
entzündungshemmend, antibakteriell, adstringierend, auswurffördernd, ausleitend.

Anwendung:
als Tee, Globuli, Urtinktur, Frischpflanzensaft (auch äußerlich), Salbe

Kontraindikation:
keine

Inhaltsstoffe:
ätherische Öle, Flavonoide, Triterpenoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Saponine, Vitamin C, Mineralstoffe (Kalium, Kieselsäure), organische Säuren (Essigsäure, Weinsäure)

Kulinarisches:
Die Kräuterküche bereichert sie als Würzkraut. Man nannte die Gundelrebe auch einst Soldatenpetersilie.  Die Blättchen kann  man vom Frühling bis zum späten Herbst und sogar noch im Winter sammeln, frisch oder trocken verwenden. Sie eignet sich zum Würzen von Suppen, Salaten, Gemüse, in der Kräuterbutter und im Auflauf. Als die süße Variante können die Gundermann Blättchen auch in flüssige Schokolade getaucht werden. Ich habe schon ganze Torten damit gewürzt.

Die Kartoffelsuppe verfeinert mit Gundermann statt Petersilie ist sehr schmackhaft.

Im Smoothy vorsichtig angewandt, weil dieses Kraut sonst geschmacklich dominiert.

 

Für Balkon InhaberInnen empfehle ich die Gundelrebe im Balkonkasten einfach nach unten ranken zu lassen. Es sieht wunderschön aus, duftet angenehm und sie  ist immer frisch vorrätig.

 

Ich wünsche gute Gesundheit
Eure Kräuterfrau
Niseema Dorothea Broos Kräuterpädagogin® Volksheilkunde