Beifuß 

Gewöhnlicher Beifuß,  Artemisia vulgaris,  die Mutter aller Kräuter, Heil-,Gewürz-, Schutz- und Zauberpflanze

Pflanzenfamilie Korbblütler -  Asteraceae

Beifußknospen

Gemeiner Beifuß - Artemisia vulgaris Pflanzenfamilie der Korbblütler - Asteraceae 

Das wärmende Kraut für den Winter Artemisia vulgaris - Beifuß ist wie geschaffen, um in kalten Wintertagen mit einem heißen Beifuß-Fußbad für warme Füße zu sorgen aber nicht nur das, denn bei echter Durchkühlung heizt Beifuß Tee so richtig ein. Der Beifuß schenkt uns Wärme.

Diese Pflanze findet man auf der gesamten nördlichen Halbkugel. Sie gehört zu den Ruderalpflanzen und ist dort zu finden, wo es Geröll gibt, an Wegrändern, an Uferböschungen und Gebüschen. Die Artemisia vulgaris erreicht eine Größe von 60 cm bis zu 250 cm.
Ihre vielen kleinen Blüten erscheinen zwischen Juli und September und bilden eine Menge Pollen. Sie benötigt zur Bestäubung den Wind.
Das ist dann oft genug bei empfindlichen Menschen eine Ursache für den Heuschnupfen.
Die Pollenfreisetzung passiert übrigens zwischen sechs und elf Uhr Vormittag.
Die Früchte dieser Artemisia auch Achänen genannt, sind sehr klein ca. 1,5 mm groß. Auch dieses Mal verbreitet sie der Wind.

Übrigens der Beifuß hat noch einige Geschwister, wie der bittere Wermut - Artemisia absinthium, die nach Cola riechende Eberraute - Artemisia abrotanum, das leckere Estragon - Artemisia dranuculus und als Wildpflanze ist noch der Feldbeifuß, die Artemisia campestris und die Artemisia maritima, der Meerstrandsbeifuß.

Der Beifuß wird als Gewürz- und Heilpflanze seit dem Altertum verwendet. Beifuss galt im Altertum auch als Antidot bei Vergiftungen.
Im Mittelalter war er wichtiger Bestandteil der grünen Neunkräuter und auch der Wetterpflanzenräucherungen.
Wie kommt eigentlich diese Pflanze an den Namen Beifuß? Ich habe mir sagen lassen, dass er die Kraftpflanze der Wanderer ist. In die Schuhe gelegt und mit dem Saft eingerieben soll er Müdigkeit vertreiben.
Es gibt aber noch eine weitere Erklärung für diesen Namen, nämlich lt. Ruprecht Düll soll Beifuß von dem althochdeutschen bozen was stoßen bedeutet, abstammen. Man hat in frühere Zeiten den Beifuß als Gewürz zu Pulver zerstoßen.

Artemisia vulgaris ist eine alte Zauberpflanze. Sie sollte immer schon vor bösen Geistern und Dämonen schützen. Dafür wurde sie über die Eingangstür gehängt.
Sie ist eine Pflanze des Übergangs in einen anderen Daseinszustand.
Schon in der Jungsteinzeit wurden die Verstorbenen auf ihrer letzten Reise auf Artemisia gebettet. Aber auch auf der ersten Reise ins Leben spielte sie eine Rolle.
Sie war die Mugwurz oder Machtwurz, die Pflanze der germanischen Una, der Artemis Diana, die Herrin der Wildnis, Jagdgöttin und Hüterin des weiblichen Schoßes, die Geburtshelferin.

In der Mittsommernacht warf man den mit „Krankheiten“ behafteten aus Beifuss geflochtenen Sonnenwendgürtel beim Überspringen ins Feuer. Dem ging natürlich ein Ritual der Kontaktaufnahme mit der Pflanze voraus, mit der Bitte alle Krankheiten des Dorfes zu übernehmen und Mensch und Tier zu schützen.
Unsere keltischen und germanischen Vorfahren nutzten den Beifuß für ihre rituellen Räucherungen. Er hat eine reinigende und schützende Wirkung.
Zur Sommersonnenwende, auch zur Wintersonnenwende und während der Raunächte räucherte man mit diesen Pflanzen. Sie ist bis heute ein Bestandteil der Wetterräucherungen und darf ebenfalls als einer der Heilpflanzen, die in den Kräuterbuschen gebunden zu Maria Himmelfahrt gesegnet werden, nicht fehlen.
Das chinesische Moxa mit Beifuß ist ein wichtiger Bestandteil auch in der heutigen naturheilkundlichen, medizinischen Akupunkturanwendung.

blühendes Beifusskraut

Volksheilkundliches

Beifuß unterstützt unser Immunsystem, stärkt die Leber und regt mit seinen Bitterstoffen als Amarum aromaticum alle Verdauungsorgane an. Damit unterstützt dieses Heilkraut den Körper Giftstoffe auszuscheiden. Es wirkt bei Magen-, Darmstörungen und auch bei schlechtem Mundgeruch.
Dieses Kraut hat eine positive Wirkung auf unsere ZNS, es wirkt ausgleichend und leicht beruhigend. Vielleicht als Gute Nacht Tee, wenn die Füße kalt sind und die Nerven Erholung brauchen.

Bis zum heutigen Tag hat sich seine Stellung als Heil- und Würzkraut nicht verändert.
Als Frauentee wird Artemisia vulgaris zur Förderung der monatlichen Menstruationsblutungen und bei unregelmäßiger Blutung eingesetzt.

Indikation:

antibakteriell, antimykotisch, durchblutungsfördernd, ausgleichend auf ZNS, verdauungsfördernd, Magen-sekretionsanregend, appetitanregend.
Es wirkt menstruationsfördernd und bei unregelmäßiger Mensis ausgleichend, wehenfördernd und wirkt ausgleichend bei allgemeiner Reizbarkeit.
Es wirkt als Insekten Repellent (Mücken, Motten), die Tierchen mögen absolut nicht diesen Geruch.
Als Räucherung wirkt Artemisia vulgaris reinigend, intuitionsfördernd, beruhigend, ausgleichend,

Kontraindikation:

keine Anwendung während der Schwangerschaft

Inhaltsstoffe:

ätherische Öle wie Cineol, Campher, Thujon, Bitterstoffe, Flavonolglykoside wie Quercetin und Rutin, Hydroxycumarine, Polyine, Triterpene und Carotinoide

Kommission E:

Negativ-Monographie

Darreichungsform:

Tee (Infus), Tinktur - auch dieses Heilkraut sollte kurmäßig nur 21 Tage lang an einem Stück eingenommen werden und dann gilt es zu pausieren.

Als Droge wird die Pflanze während ihrer Blütezeit gesammelt; für Räucherungen kann man auch die Pflanzen benutzen, die bereits Samen angesetzt haben.
Artemisia vulgaris ist auch in der Apotheke oder im Kräuterhandel erhältlich.

Kulinarisches:

In der Wildkräuterküche schmecken die jungen Blätter im Frühjahr im Salat sehr gut. Kurz vor der Blüte im Juli wird der Beifuß bei sonnigem Wetter geerntet.
Er schmeckt nicht nur zum Braten, auch Vegetarier und Veganer können sich an seiner Würze erfreuen, z.B. in der Kartoffelschmorpfanne oder in der Kartoffelsuppe, im Kräutersalz, im Wildkräuterpesto. Probieren geht über studieren. Guten Appetit!

Ich wünsche euch eine gute Gesundheit 

Herzliche Kräutergrüße eure Kräuterfrau
Niseema Dorothea Broos
Kräuterpädagogin® Volksheilkunde