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Pflanzengeschichten-Archiv von Licht + Kräuter

 

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Newsletter September/Oktober 2018

Nahrungsergänzung aus heimischen Wilden Früchten,
Samen und Wurzeln II

Löwenzahnwurzeln – Radix Taraxacum off.
Pflanzenfamilie der Korbblütler - Asteraceae

Löwenzahn 640x390

 

Löwenzahn unser heimischer „Ginseng“, interessant, so habe ich es mal gelesen. Ja, was sagt uns das. Benötigen wir denn wirklich mittlerweile diesen Vergleich mit Kräutern und Nahrungsergänzung aus anderen Erdteilen und anderen Klimazonen, um die Wirksamkeit unserer Heilkräuter zu erklären? Wo auch noch der Löwenzahn uns quasi vor unseren Füßen wächst.
Aber gehen wir mit der Aufmerksamkeit zum Löwenzahn und seinen Wurzeln.
Gerade jetzt im Herbst sind diese nämlich besonders schmackhaft, da die Pflanze jetzt in ihrer Wurzel bis zu 40 % Inulin speichert. Ja, und deshalb schmecken die Löwenzahnwurzeln auch im Herbst gar nicht so bitter.

Volksheilkundliches:
Da es sich beim Löwenzahn um eine „Bitterstoffdroge“ handelt, werden die Leber-Gallentätigkeiten und auch unser Verdauungssystem, wie Milz, Bauspeicheldrüse, Magen, Darm angeregt. Auch die Nieren profitieren davon, wobei die Löwenzahnblätter im Frühjahr kurmäßig sich dafür noch mehr eignen.Löwenzahn wird auch bei Rheuma, Arthrose und Hautkrankheiten eingesetzt.

Also kurz um, die Löwenzahnwurzel reinigt unseren Körper von Innen und stärkt unser Immunsystem. Er ist ein wunderbares Stärkungsmittel auch bei Schwächezuständen.

Da die Löwenzahnwurzel das Polysaccharid Inulin als Reservestoff einlagert, ist es von besonderem Vorteil für Diabetiker, da der Zuckerspiegel davon nicht beeinflusst wird.
Inulin wirkt probiotisch, d.h. die darin enthaltenen unverdaulichen Ballaststoffe regen die Aktivitäten der „guten“ Bakterien an und reduzieren schädliche Bakterien im Darm.
Es wirkt also positiv auf unsere Darmflora.

Außerdem wird die Aufnahme von Calcium und Magnesium gefördert. Was auch unseren Knochen zugutekommt.

Inulin ist wasserlöslich.

Löwenzahn ist ein Stärkungsmittel das den Körper darin unterstützt Giftstoffe auszuscheiden! Löwenzahn mineralisiert den Körper.

Es ist wichtig reichlich und gutes Wasser zu trinken, damit Giftstoffe auch ausgeschieden werden können.

 

Inhaltsstoffe der Wurzeln:
Bitterstoffe (Taraxin), Triterpene, Schleimstoffe, Inulin (im Herbst 40 %, im Frühjahr 2 %); viele Mineralstoffe

Übrigens:Viele Pflanzen speichern Inulin. Die meisten Vertreter findet man in der Pflanzenfamilie der Korbblütler als Gemüse aber auch als Heilpflanzen:
Gemüse: Topinambur, Schwarzwurzel, Chicorée, Klettenwurzel, Artischocke, Löwenzahn …
Heilpflanze: Löwenzahn, Wegwarte (Zichorie), Alant, Klettenwurzel, Artischocke…

Kulinarisches:
Löwenzahnwurzel Kaffee ist als Dandelion Kaffee im Handel erhältlich. Man kann die Löwenzahnwurzel aber auch selber im Backofen bei ca. 120 Grad dunkel-braun rösten. Aber bitte nicht schwarz werden lassen und öfter wenden, dass sie von allen Seiten gut bräunen.
Diese Art von Kaffee schmeckt sehr angenehm und ist noch dazu gesund. Einfach in der Kaffeemühle zerkleinern und mit kochendem Wasser übergießen.
Oder falls keine Mühle zur Hand ist, werden die gerösteten Wurzeln mit Wasser nur ganz kurz zum Kochen gebracht und dann 10 Minuten ziehen lassen.
Eine Tasse benötigt einen halben Teelöffel von den gemahlenen Wurzeln oder einen Teelöffel zerkleinerte Wurzelstücke.

Frische Löwenzahnwurzeln schmecken aber auch als Gemüse mit Zwiebeln in der Pfanne geschmort und mit Shoyu gewürzt im Herbst besonders gut.

Den Löwenzahn bitte nicht auf gedüngten Feldern oder Wiesen ausbuddeln.
 

 

 

Hagebutten der Hundsrose - Rosa canina
Pflanzenfamilie der Rosengewächse - Rosaceae

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Jetzt komme ich zu einer bekannten aber leider zu wenig beachteten Frucht unserer heimischen Wild- und Heckenrose, nämlich zu den Hagebutten.
Als Hage bezeichnete man übrigens früher die Hecke. Also, die Hagebutte ist eine Heckenfrucht.
Sie sehen aber nicht nur wunderschön aus, in ihrem leuchtend roten Frucht-Kleid, sondern sie lassen auch Kindheitserinnerungen wach werden.
Erinnert ihr euch noch, wie lecker sie schmeckten und dann das „Juckpulver“ von den mit kleinen Härchen umgebenden Hagebuttenkernen oder Nüsschen, so nennt man die Samen auch.

Ja, und Hagebutten eignen sich vorzüglich auch als vitaminspendendes Nahrungsergänzungsmittel.
Sie strotzen mit Vitaminen vor allen Dingen mit dem Vitamin C, nämlich mit ca. 300-3000 mg pro 100 g Früchte, je nach Standort.
Das ist schon eine ganze Menge. 
Ein erwachsener Mensch benötigt am Tag ca. 100 mg Vitamin C, schwangere Frauen mehr und Kinder weniger.


Inhaltsstoffe der Hagebutte:
in den Hagebuttenschalen noch Vitamine A, B, K, Anthocyane, Carotinoide und Mineralien (Eisen, Natrium, Magnesium...), Gerbstoffe, Zucker und Pektine, Fruchtsäuren.

In den Hagenbuttenkernen finden wir fettes Öl, Vanillin und Vitamin E.

Als Indikation gilt vor allen Dingen die vorbeugende und Immunsystem stabilisierende Wirkung von Erkältungskrankheiten.
Weitere volksheilkundliche Einsatzgebiete sind Harnweginfektionen, Rheuma und Gicht.

Kulinarisches:
Ein gesunder Hagebuttentee besteht nicht nur aus den Auszügen der Fruchtschalen sondern auch die der Kerne, also die getrocknete Frucht als Ganzes.
Die Kerne haben ein vanilliges schmackhaftes Aroma. Pro Tasse nimmt man einen Teelöffel zerkleinerte Früchte, heiß übergießen und 10 Minuten ziehen.

Der Vitamin C Gehalt bleibt bei der Hagebutte zu einem großen Teil erhalten.

Die gesammelten und getrockneten Hagebutten kann man auch zu Mehl vermahlen und dem Smoothy oder Fruchtsäften hinzufügen.
Hagebuttenpulver ist auch in Kräuterversanden oder Läden als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich.

Aus den reifen und frischen Hagebutten kann man ein schmackhaftes Hagebutten Mus herstellen oder auch käuflich erwerben.
Dieses Mal aber ohne Kerne. Dazu eigenen sich die dicken Hagebutten der Kartoffelrose gut. Sie haben viel Fruchtfleisch und schmecken süßlich sauer, sehr appetitlich. Übrigens bei der Herstellung von Hagebuttenmus bedarf es weniger Gelierzucker, weil die Hagebutte ja auch über Pektine verfügt.

Zu den Pektinen möchte ich noch ergänzend sagen, dass diese im Darm Gifte binden.


Ja, das zu den Nahrungsergänzungsmitteln aus heimischen Wildpflanzen.
Bei meiner nächsten Kräutergeschichte geht es wieder in Nahrungsergänzung III um Wildfrüchte.

Ich wünsche euch eine gute Gesundheit 

Herzliche Kräutergrüße eure Kräuterfrau
Niseema Dorothea Broos
Kräuterpädagogin® Volksheilkunde

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