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Pflanzengeschichten-Archiv von Licht + Kräuter

 

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Newsletter November/Dezember  2018

Nahrungsergänzung aus heimischen Wilden Früchten,
Samen und Wurzeln III

 

Die Schlehenfrüchte - Pruni Spinosae Fructus
Pflanzenfamilie der Rosengewächse Rosaceae

Schlehen.10.2016 010

 

Früher gab es noch viel mehr Hecken aus Schlehen, Weißdorn und Wildrosen, sie waren undurchdringlich und boten Kleintieren, Insekten und Vögeln ein zu Hause.
Den Menschen gaben sie Schutz und schenkten ihnen alles was sie für ihre Hausapotheke benötigten, Knospen, Blüten, Blätter und die herrlichen Wildfrüchte über die ich nun schreiben möchte.

Wer kennt nicht die dunkel violett glänzenden Früchte des Schlehenstrauches oder wie man auch sagt den Schwarzdorn. Es ist ein bis zu 3m hoher Strauch, der als erstes im Frühling März/ April seine Blüten in der Frühjahressonne öffnet, noch kein Blatt ist zu sehen, diese erscheinen erst später, wenn die Blüte endet. Die Blüten sind eine Weide für die ersten Schmetterlinge, Bienchen und Co..
Ja, und im Herbst kann man die Früchte noch bis in den Winter ernten, sie reifen erst spät, im Oktober/ November. Nach den ersten richtigen Frostnächten geben die kleinen pflaumenähnlichen und stark gerbstoffhaltigen Früchte ihr Aroma frei und schmecken nicht mehr so sehr nach unreifen Bananen, das einem ja fast den ganzen Mund zusammen zieht.

Wenn ich mir diesen Strauch genau betrachte, muss ich schon sagen, dass er ganz schön wehrhaft ausschaut, mit seinen langen schwarzen Dornen. Es ist ein anspruchsloses Wild-Gehölz, wächst gerne auf kalkhaltigen und steinigen Böden und mag sonnige Standorte. Es bildet mit seinen Wurzelausläufern eine undurchdringliche Hecke.
Und, eben seine Früchte stärken unser wehrhaftes Körpersystem, nämlich das Immunsystem. Auch schenken sie uns Kraft und Ausdauer in Zeiten der Rekonvaleszenz.
Diese Wildfrucht mit ihren vielen Mineralstoffen, Vitaminen, den Gerbstoffen und letztlich noch Anthocyanen (Fruchtfarbe), unterstützt uns wunderbar als Elixier im Winter. Die Anthocyane wirken zellschützend, nämlich antioxidativ.

Volksheilkundliches:
Aber es gibt noch andere Anwendungen. In der Volksheilkunde nimmt man gerne bei leichten Entzündungen des Rachenraumes einen Teeaufguss aus getrockneten Früchten oder als Elixier (Saft) aber auch bei Harnwegerkrankungen und Magenproblemen sollen Schlehen helfen. Oder man verzehrt einfach die getrockneten Früchte.

 

Hildegard von Bingen Zitat zu Schlehdornfrüchten:
Wer einen kranken Magen hat soll die Früchte des Baumes, die Schlehen im Feuer trocknen oder in Wasser kochen und oft essen. Sie beseitigen den Schmutz und den Schleim im Magen. Und wenn er die Kerne mitisst. Schadet es auch nichts.

Ja, die Kerne enthalten genauso wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen … auch ein Blausäureglykosid. Also mal den einen oder anderen Kern mit essen ist ok.

 

In der Homöopathie wird Prunus spinosa als Heilmittel bei Nervenschmerzen (auch Gürtelrose) Harnproblemen und Herzschwäche eingesetzt. Außerdem können noch Müdigkeit, Schlafstörungen und nervöse Kopfschmerzen damit behandelt werden.

Kommission E. Positiv
bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum die zerkleinerte Droge Pruni Spinosae Fructus als Teeaufguss oder anderen galenischen Zubereitungen.

Inhaltsstoffe der Früchte
Gerbstoffe, Mineralstoffe, Vitamine, Fruchtsäuren, Anthocyane und die Kerne Blausäureglykoside.

 

Schlehen.10.016 008 

 

Kulinarisches
Ja, da fällt mir der Schlehenlikör ein, das Schlehenmus als Brotaufstrich, der Schlehensaft als Elixier.

Rezept Schlehensaft
Die im Oktober, November geernteten Schlehenfrüchte werden mit kochendem Wasser übergossen und damit gut bedeckt. Nach 24 Stunden wird das Wasser abgegossen und wieder kurz aufgekocht und wieder über die Früchte gegossen. Das wiederholt man fünf bis sieben Mal. Der Saft hat dann eine tiefrote Farbe und ein wundervolles Aroma. Er wird zum letzten Mal aufgekocht und heiß in Flaschen gefüllt. So ist er dann haltbar.
Wenn eine Erkältung naht oder man ist einfach entkräftet wird dieser Saft erhitzt, nach Bedarf mit Honig gesüßt.

In Gegenden, wo es noch nicht gefroren hat, kann man die Früchte für kurze Zeit gefrieren. Aber ich bin eben der Meinung, je natürlicher umso besser.

 

Ich wünsche euch eine gute Gesundheit 

Herzliche Kräutergrüße eure Kräuterfrau
Niseema Dorothea Broos
Kräuterpädagogin® Volksheilkunde

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